M & A in Pandemiezeiten

Die Empörungsindustrie boomt, die Medien überschlagen sich und jeder hat was zu meckern. Eine Regionalzeitung hat diese Woche sogar seine Titelseite freigeräumt, damit der Herr Chefredakteur mal Dampf ablassen kann. Jeder ist über jeden empört. Das ist nachvollziehbar zumal die permanenten Einschränkungen oder zusätzlichen Belastungen an den Nerven zehren. Aber Meckern – und dies gehört auch zur Wahrheit –  ist kein Plan.

Das M für Meckern geht einher mit dem A für Aussitzen.

Probieren Sie es mal selbst aus. Fangen wir in der Kundenservicebranche an. Chronisch schlecht im Bereich Kooperation mit Wettbewerbern, noch schlechter koordiniert durch einen zahnlosen Verband, wird über unhaltbare Zustände für betagte Menschen bei den Hotlines berichtet. Unter der Hand wird auch vieles bestätigt. Wenn man dann fragt, wie sieht denn der Plan aus, dass die Zustände besser werden, ist die zusammengefasste Antwort: „Da müssen wir durch“. Also Aussitzen.

Fragen Sie mal beim nächsten (virtuellen) Elternabend, falls überhaupt einer stattfindet, wie jetzt, wo der zweite Abiturjahrgang läuft, der 100-Tage-Plan für die Schule Ihrer Kinder aussieht. Falls die Frage überhaupt verstanden wird, wird auf die Zeit nach der Pandemie verwiesen. Da ist es wieder das Aussitz A (leider, und das macht es noch schlimmer, sind Privatschulen hier sehr viel besser aufgestellt).  

Sollten Sie kommunalpolitisch interessiert sein, fragen Sie doch mal, wie es Nigeria geschafft hat, die Software für Gesundheitsämter bereits einzuführen und wie der 100-Tage-Plan vor Ort aussieht.

Deutsche Software ist in Afrika eine Corona-Hilfe,

nebenbei: in Ghana und auf den Fiji Inseln auch. 

Die Reihe würde sich beliebig fortsetzen lassen. M & A hat sich so verbreitet, dass man sich gar nicht mehr wundern mag, wenn am 2. Februar 2021 die notleidenden Branchen nun aber zügig (!) die Novemberhilfen 2020 bekommen. Mein persönlicher Favorit ist, dass keine Pandemie so schlimm sein kann, dass auch im 13. Monat am Wochenende (und über die Feiertage) keine verlässliche Zahlen geliefert werden können.

Viele scheinen darauf zu setzen, dass man mit dem Meckern beschäftigt ist und das Aussitzen schon irgendwie gelingt. Wir halten dies in jeder Hinsicht für fatal.

Wir empfehlen ein anderes Rezept, den guten alten 100-Tage-Plan. Und zwar genau 3-mal, also 3-mal 100 Tage, dann geht das Jahr 2021 auch schon in den Endspurt. Jeder dieser Pläne wird wohl aller Voraussicht nach anders aussehen müssen. Und wenn wir schon bei Empfehlungen sind, unterlegen sie den Plan mit SMART Zielen. Wir sind uns sicher, wir alle fahren besser mit diesen Empfehlungen als mit einer Fortsetzung der „M & A“ Strategie.

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