Immerhin wissen wir, dass wir nichts wissen

Selten standen wir mit unseren Kunden und Netzwerkpartnern so intensiv im Austausch. Immer wieder dreht es sich um die Frage, was verändert die Pandemie bei uns?  Jedes Gespräch wirft neue Fragen auf, wo man doch so dringend Antworten sucht.  

Zum Beispiel sagte ein Unternehmer mit ca. 10.000 qm Büroflächen an mehreren Standorten, dass vermutlich dauerhaft immer ein gewisser Teil seiner Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten will und wird. Insgesamt wird er wohl 1/3 weniger Fläche benötigen. Ein durchaus signifikanter Kostenblock. Ein anderer Gesprächs-partner, andere Branche, bestätigte dies.  
Wenn dies Schule macht, dann werden viele Büroflächen nicht mehr gebraucht – was macht das mit dem Immobilienmarkt? Wird aus einem Teil dieser Flächen Wohnraum? Sinken die Mieten? Lässt die Bauaktivität in diesem Bereich nach?  
 
Keiner kann die Auswirkungen dieses einen Schrittes wirklich schon abschätzen, begonnen mit den vielen erfolgreichen Versuchen, mit Homeoffice-Lösungen die Arbeit zu organisieren.    

Und dies ist nur eines von unendlich vielen Beispielen, wie sich die Erfahrungen, die wir gerade machen, auch in der Zukunft auswirken. Dies geht quer durch alle Branchen und Produktionen. Verlangt der Staat von Unternehmen der Pharmaindustrie, dass ein gewisser Teil der Medikamente in Europa produziert werden? Wenn nun Kapazitäten im Luftfahrtgeschäft reduziert werden, welche Auswirkungen hat dies auf den Preis und dann auch auf die heute noch schnellen, günstigen Trips, die so beliebt sind und wie wirkt sich das auf die Städte aus, die davon leben? 

Keiner weiß es heute schon endgültig, jeder sucht Antworten und natürlich gibt es immer viele, die Antworten anbieten. Weil sie sich für ausreichend kompetent halten, weil sie davon leben, Antworten zu geben auch ohne es zu wissen oder einfach, weil es ein für uns Menschen nur schwer ertragbarer Zustand ist, es einfach nicht zu wissen.  

Wir als systemische Beratung, betrachten die Dinge oft wie ein Mobile, wenn man einen Teil anschubst, bewegt sich das ganze Mobile. Bei den Veränderungen, die wir gerade erleben, ist es faktisch nicht möglich, alle Bewegungen vorherzusagen. Was man aber gut kann, ist einen Schritt zurückzutreten und sich das ganze Bild anzuschauen. Sich selber einzugestehen, man weiß nicht alles, aber man definiert die relevanten Teile, die jetzt für den nächsten Schritt erforderlich sind. Dieses „Auf-Sicht-Fahren“ ist für Menschen, die gerne 1-, 3- und 5-Jahrespläne haben, sie mit vielen KPIs permanent messen, keine gelernte Vorgehensweise, aber aus unserer Sicht das Beste was man jetzt tun kann!

Autor: Thomas Hohlfeld

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