Imagepflege im Lockdown

Das Wintergeschäft im Offline-Handel scheint zum großen Teil gelaufen zu sein. Die Innenstädte werden wohl im Januar nicht mehr voll. Die verschenkten Gutscheine müssen – sofern nicht digital konsumierbar – warten, der Winterschlussverkauf wird in den Vorfrühling fallen. Die Lager quellen über und die neue Ware ist im Anmarsch. Es sind schwierige Zeiten für den klassischen Handel.

Es gibt immer mehr Kunden, denen bewusst ist, hier geht es auch um die Lebensqualität ihrer Stadt oder ihres Stadtteils. Man kann davon ausgehen, dass zumindest im mittleren und höheren Segment die Kundschaft bereit ist, etwas zu tun. Man muss ihnen nur ein Angebot machen und hier scheint es auch für den notleidenden Handel schwierig zu werden. Wenn man bei einem Fachhändler anruft und das große Glück hat, jemanden zu erreichen, dann sind oft noch nicht einmal die Umtauschbedingungen für die Weihnachtskäufe entschieden. Dabei ist die Rechtslage klar: Kulanz des Händlers und damit ein ideales Produkt zur Imagepflege.

Previews auf das Frühjahr on- und offline Fehlanzeige. Selten hat der Kunde mehr Zeit gehabt, Deko und Auslagen anzuschauen, aber Tristesse, oft sogar ungepflegte Auslagen bestimmen die Straßen. Wer mit dem Weihnachtsgeschäft ansonsten im Oktober beginnt, kann sich jetzt auch auf die absehbare Besserung im Frühling vorbereiten und Vorfreude wecken.

Ja, sogar Handelsketten wie Thalia haben ihre „Click and Collect“-Funktionen nach Weihnachten wieder abgeschaltet und nicht aktualisiert (Stand 4. Januar). Man möchte ihnen am liebsten zurufen: „Amazon liefert immer noch täglich, was macht ihr da eigentlich?“

Die Lösungen sind immer so einfach wie unlösbar. Die Kunden haben über die Feiertage wenig Abwechslung gehabt. Reisen ging so gut wie nicht. Kultur und Gastronomie eingestellt, in manchen Regionen sogar Sperrstunden. Es bleibt der Rundgang durchs Viertel, die Entdeckung der kleinen Einkaufsstraßen und die Erkenntnis, jeder ist für sein eigenes Image verantwortlich.
Es beginnt immer mit der gleichen Frage: Würden sie dieser Auslage, diesem Internetauftritt, dieser Kundenansprache etwas abkaufen?

Wenn wir schon aus beruflichem Interesse darauf schauen, ist die Antwort leider viel zu oft: „Eher nicht“.

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