Gesamtkunstwerk Umsatz

Sind Sie, nachdem die ersten Läden wieder geöffnet haben, durch die Innenstadt gelaufen, vielleicht sogar gewillt etwas zu kaufen und irgendwie war es ein „so lala Erlebnis“?

Die Wirtschaftsforscher sprechen schon davon, dass es an der heraneilenden Rezession liegt, an der Angst vor Einkommensverlusten, der historisch hohen Kurzarbeiterquote in unserem Land. Das kann schon sein, ich persönlich hatte eher den Eindruck, es war eine trost- und lustlose Veranstaltung.

Eigentlich hatte es ganz gut angefangen, überall Parkplätze und das sogar noch kostenlos. Nur Shopping, ohne Sitzgelegenheit, ohne Kaffeepause, ohne Lächeln (wie auch, hinter Schutzmasken?) – das ist nichts, was man will. Die wenigstens haben in den Läden was gekauft. Wenn sich das ändern soll, dann muss der Handel es mal wieder schaffen, sich zu wandeln. Denn es sieht so aus, als wenn uns die Schutzkonzepte noch eine Weile erhalten bleiben.

Dem Handel muss die Kunst gelingen dem Kunden unter den neuen Rahmenbedingungen wieder Freude und Lust zu vermitteln. Die Stadt als Gesamtkunstwerk aus Shopping, flanieren, essen und trinken, sehen und gesehen werden, so anzureichern, dass es mehr Spaß macht, dort Umsatz zu machen, als zu Hause im Internet.

Das ist kein aussichtsloses Unterfangen, es braucht nur etwas Kreativität und guten Willen:

Kein Kunde kommt gerne in den Laden, wenn er sich nicht „Willkommen fühlt“, die Verbots- und Gebotsschilder sind keine Willkommenseinladung. Tun Sie alles, was Sie können, um dem Kunden trotzdem ein Gefühl des Willkommens zu geben. Ein „Danke, dass Sie hier sind“, ist ein Anfang. Wenn Sie schon Security vor der Tür brauchen, dann kann er auch die Tür aufhalten oder wenigstens grüßen.

Willkommenskultur kann man auch zusammen mit den Nachbarn vor der Tür betreiben, wenn es Warteschleifen auf den Straßen vor den Läden gibt. Es gibt so viele Künstler, Sänger, Klavierspieler, Saxophonisten, die sich über Zusatzeinnahmen freuen, wenn sie die Wartezeit Ihrer Kunden mit Musik verkürzen dürfen. Und eine Stadt, die ein bisschen Musik in die Luft bringt ist, ist schon wieder viel mehr Stadt, wie wir sie kennen und lieben. Mit Ihren Nachbarhändlern nebenbei kein Rieseninvestment. Warten Sie nicht auf die Werbegemeinschaften und ihre Verbände, Zeit ist kostbar nach den verlorenen Wochen.

Wenn wir an eine Zeit „danach“ glauben, teilen Sie diesen Glauben. In den ersten gastronomischen Betrieben wird es auch bald wieder losgehen. Kooperieren Sie mit dem noch geschlossenen Café, ein Gutschein, ein Warenpröbchen – nicht von einem Hersteller, sondern vom Nachbarn. Wenn wir etwas gelernt haben, dann, dass die Stadt nur gut funktioniert, wenn es ganzheitlich erlebt wird. Tun Sie sich zusammen mit dem Kino, das noch geschlossen hat, dem Fitnessstudio, sie alle haben die gleichen Herausforderungen und selbst der vermeintliche Konkurrent drei Häuser weiter, ist weitaus weniger gefährlich als die Couch des Kunden zu Hause und sein Tablet.

Viele sagen voraus, dass die Städte sich nach dieser Krise verändern. Da Untergangsszenarien im Moment Konjunktur haben, setzen Sie ein Zeichen, das der Handel immer schon gut setzen konnte: Optimismus und Lebensfreude!

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