Jubiläumsausgabe … 50. Casual Friday. Wie schnell das ging. Wenn man einen kleinen Schritt macht ist der leicht, so wie solch ein Beitrag, versucht man alle auf einen Schlag ist das hart. Und auch demotivierend diese riesige Aufgabe vor sich zu haben.

Nach diesem Motto, one step at a time, agieren im Moment viele und auch wenn eine kleine Kolumne schreiben eine andere Sache ist als ein Unternehmen zu führen oder seine Existenz zu retten, so ist es doch mit dieser Taktik leichter damit fertig zu werden. Und auf einmal hat man dann doch wieder ein paar Dinge geschafft und ist weiter als man dachte.

Etwas Schaffen ist schwer

Damit der Casual Friday aber auch seiner Aufgabe gerecht wird, nämlich sich um Gin und Co. zu kümmern, heute ein Blick hinter die Kulissen einer Produktentwicklung. Einer Entwicklung, die ich diesmal mitmachen durfte, einer, die auch noch nicht abgeschlossen ist. Ein erster exklusiver Blick in die Werkstatt sozusagen.

Probieren, mischen, verdünnen, Infusion ansetzen … der Weg zum Produkt ist lang

Mein Background im Spirituosenbereich ist Null. Keine Ausbildung als Destillateur, Brennmeister o.ä. Bücher, meine Nase, Geschmacksknospen und ein vierstelliges Investment im oberen Bereich in Flaschen diverser Destillen und Marken hat mir geholfen einen Einblick zu bekommen.

Wie so oft im Leben ist es so, dass wenn man etwas gelernt hat, neue Tore aufgehen und neue Fragen entstehen. So kommt man mit immer mehr Leuten in den Austausch und meine von außen oft als ‚Ginfluencer‘ beschriebene Rolle gibt mir manchmal auch mehr Zugang zu Personen. Gut so, denn ich denke Spirituosen werden viel zu wenig erklärt und beschrieben. Und damit meine ich nicht die generischen Blablas mit den immer selben Worten. Warum ist etwas wie gemacht worden und was ist hier handwerklich gut und sinnvoll. Oder was auch nicht.

Vollbremse durch Unwissen

Ende letzten Jahres fragte mich eine Destillerie, ob ich bei der Entwicklung eines Produktes mitmachen möge. Hui! Was für eine Ehre. Wie sich schnell herausstellte mit meinem Lieblingsthema Sloe Gin. Klar, auf geht es dachte ich. Und dann kam die Realität!

Es ist eine Sache Produkte zu probieren und zu zerlegen. Aber was nicht so einfach ist, ist sich dann nach der Analyse Lösungen zu überlegen. Quo Vadis Produkt? Was soll es werden, wie kommen wir dort hin? Wenn man nicht weiss wieviel x an Stelle y rein muss oder gar keine genaue Kenntnis über manche Zutaten hat ist das ein Navigieren im Nebel. Siehe oben, die Referenzen sind mannigfaltig. In Zeiten mit Abstandspflicht und davor auch schon einer mehrere hundert Kilometer langen Entfernung ist nicht mal eben etwas geändert. Das neue Produkt muss ja auch noch gemacht werden. Auch ruhen. Immer wieder Zeit, die vergeht. Und dann bloß nicht erkältet sein wenn die neue Probe da ist!

Jeder (Re-)Boot tut gut

Manchmal eine sehr frustrierende Erfahrung da nur Ahnungen abgeben zu können. Kein leichtes Zusammenspiel, das aber hier von der Destille toll gelöst wurde. Am Ende haben wir drei Produkte gemacht. Bei einem gab es sogar einen kompletten Stopp mit einem zurück auf den Anfang. Das schmerzt dann sehr. Gut wenn danach aber eine Basis am Start ist, die man neu bewerten kann und auch optimieren kann. Nicht nur noch verschlimmbessern. Wieder so eine Referenz: Vielleicht kann ich mein Businessmodell nicht auf Corona umbiegen, auf Digitalisierung, auch die Zukunft. Aber was ist denn eine Basis, die das ermöglicht? Da ist immer etwas. Manchmal ist aber der Schritt zurück wichtig, der klare Cut. Einige Bekannte meinerseits haben das schon getan, mit sogar ersten Erfolgen, mindestens aber mit neuer Motivation. Wie ein „zweiter Frühling“ wird das zum Teil beschrieben. Phönix, ick hör Dir trapsen … (#Sprichwortverdreher)

The proof is in the pudding

Wir haben nun neue Produkte, die bald abgefüllt werden können. Die Etiketten sind in der Druckerei, die Flaschen ausgesucht und geordert. Was steht noch aus? Der große Teil: Der Markt. Die Zielgruppenakzeptanz. Wir das Produkt gut ankommen? Eine Frage, die sich jeder stellt, der etwas geschaffen hat. Das Launchfest findet nicht statt, weil nicht möglich. Also mit einem Big Bang starten ist nicht so easy.

Wir haben schon früh Leute einbezogen in die Produktentwiclung. Labels, Geschmack, Preis. Fokusgruppen-Tests sind das im vollen Umfang nicht gewesen, das wäre nicht möglich gewesen, aber im stillen Kämmerlein haben wir auch nicht gebastelt. Hoffentlich ist das eine gute Strategie gewesen. So haben wir schon früh Feedback gehabt, auch von anderen. Damit ist nicht mehr alles 111% geheim, aber es ist somit auch „sicherer“. Und so gehen wir auch beim Launch vor. Wir holen uns auch da Ideen ein. Wozu passt das finale Produkt? Was sind die Reaktionen zu bestimmten Kombis und Cocktails? Je mehr wir da Hilfestellung für Verbraucher geben können desto besser ist das Produkt am Ende auch in deren Alltag integrierbar. Klingt komisch, aber würden Sie einen Flasche von X aufen ohne eine Idee was man damit machen kann? Eben. Wir sind soweit gegangen und haben schon auf dem Label Hilfestellungen zur Verwendung. Das sollte das Produkt leichter machen. Wir werden sehen und beobachten. Test ist der erste Batch. Und dann optimieren wir. Labels, Rezeptur, Rezeptideen. Niemand ist schlauer und weiser als der Markt. Zumindest was das Kaufverhalten angeht.

Qualität ist immer eine sichere Basis

Bei allen Tests, und auch den (letzte Querreferenz) Businessmodellen, ist aber die Qualität eine gute Idee als Basis. Wir wollen keine zwei Euro mehr Gewinn machen, weil billige oder minderwertige Zutaten zum Einsatz kommen. Lieber mit guter Preis-Leistung und Qualität überzeugen. Das ist nicht immer einfach, aber passt zu unseren Grundeinstellungen. Das hier wird kein Agentur-Produkt, niemals. Die Basis ist ein solider Satz an guten Zutaten, hohe Produktionsqualität, fairer Preis. Wenn das nicht reichen sollte neben einer guten Verpackung, die auch noch Service und Infos bietet … tja, dann weiss ich auch nicht. Aber ich bin zuversichtlich.

Noch sind wir nicht am Etappen-Ziel Launch, aber wir sind mit kleinen Schritten trotz diverser Hindernisse und Probleme dort fast angekommen. Der Rest klappt so auch noch, egal was noch passieren sollte. Und mit diesen kleinen Schritten sehen wir schon die ersten Flaschen am Horizont auftauchen. Und wenn es soweit ist wissen es die Leser des Casual Friday als erstes … Versprochen.

Mit viel Vorfreude und hoffentlich etwas generierter Neugier wünsche ich einen Casual Friday und ein erholsames Wochenende! Bis dahin ist es nur noch ein kleiner Schritt!

Cheers und Ginsalabim,
Jan von GinGinGin.de

Jan Persiel
Jan Persiel

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