Die erste Schnapszahlausgabe des Casual Friday. Whoop whoop! Da nehme ich doch mal einen Gin in die Hand, der schon ein paar Tage auf eine kleine Verkostung wartet.

Kaffee und Spirituosen

Die Hanseatic Coffee Company steht hinter dem Barista Club Gin. Also erst einmal jemand mit Ahnung von Kaffee. Schon mal eine gute Grundlage. Check. Aber wie steht es um den Gin? Wer rösten kann, kann noch lange nicht mal eben einen Gin machen. Aber da kann man sich ja helfen: Einfach jemanden mit ins Boot holen, der von Gin und Spirituosen eine Ahnung hat und diese dann auch produzieren kann. Allerdings wurde man hier nicht in Hamburg, wo die Hanseatic Coffee Company ansässig ist fündig, sondern in Kail in der Nähe der Mosel. Dort stellte sich die Brennerei Hubertus Vallendar der Aufgabe einen „Kaffee-Gin“ zu entwickeln.

Peru Highland Aromen, aber im Hintergrund

Das Aroma des Peru Hochland Kaffee der Rösterei galt als Basis für die Entwicklung eines Gins zu nutzen. Aber das Briefing an die Brennerei war, dass dieses Aroma nicht zu offensichtlich sein sollte. Nicht plump nach Kaffee riechend. Das war auch meine erste Sorge als ich las Kaffee und Gin. „Was das wohl wieder wird …“ waren meine Gedanken. Hätte ich mal gleich nachgesehen wer da verantwortlich war für die Spirituose …

Mit sehr weichem Wasser aus Norddeutschland, wird der Gin nun mit Grapefruit, Orange, Zitronenmyrte, die extrem spritzige Zitrusnoten bringen, destilliert.

Aber auch Zimt, diverse Blüten und Haselnuss finden ihren Weg in den Gin. Und natürlich auch der Kaffee. Alles zusammen wird als London Dry Gin destilliert, also in einem Durchgang, ohne noch Zucker hinzuzufügen oder anderweitig nach der Destillation zu mischen.

Wunderbar mit Fevertree Indian Tonic und ein paar Scheiben Grapefruit.

Geruch und Geschmack des Barista Club Gin

Die Nase dieses Gins ist wundervoll zitrus-lastig, sehr kräftig und auch der erste Geschmack kommt so daher. Gefolgt wird dies von Wacholder und warmer milder Schärfe durch Zimt und die anderen Botanicals. Geschmackswelle tauchen auf und verschwinden wieder. Erst ganz zum Ende hin und im Abgang ist der Kaffee zu schmecken. Ganz wunderbar als Abschluss, nichtmit der Brechstange gleich zu Beginn! So habe ich es nicht erwartet.

In einem Gin & Tonic funktioniert dieser Gin ähnlich: Der Kaffee ist im Hintergrund und wird vom Zucker mitgetragen. Aber er dominiert nicht brutal. Nach einem Glas hat man nicht automatisch „genug davon“.

Ein, wie ich finde, sehr feiner Gin, der erfrischend anders mit dem Kaffee umgeht, aber der seine Gin-Natur nicht verleugnen will und Wacholder durchaus erkennbar lässt. Wer neugierig geworden ist sollte definitiv einen Test wagen. In dem Zuge kommt vielleicht auch noch eine Packung frisch gerösteter Kaffee mit ins Paket.

Barista Club Gin kaufen

Zu kaufen ist der Gin z.B. online auf der Website hanseatic-coffee.com oder in diversen Läden.

TL;DR

Kein Gin für Wacholder-Only-Fans, aber auch kein Parfum-Produkt. Mich hat er angenehm überrascht. Prost Kaffee aus Hamburg und Kail!

Cheers und Ginsalabim,
Jan

Jan Persiel
Jan Persiel