Viele Branchen werden zurzeit durchgeschüttelt. Neben dem Handel, den wir seit Jahren als Trendsetter sehen, sowohl offline als auch online, trifft es die Reisebranche nicht minder heftig.  
Reisen hat sich gewandelt, kaum irgendwo spürt man deutlicher, dass die Mitte verschwindet.  Mit dem Billig-Carrier, in engen Sitzreihen, ohne jeglichen Service, ins 5- Sterne-Hotel fliegen, ist schon längst Standard.  

Goethe wird die folgende Erkenntnis nachgesagt: 

 „Man reist nicht, um anzukommen, sondern um unterwegs zu sein“.  

Dies ist sicherlich nur noch für eine sehr kleine Zielgruppe das erstrebenswerte Ziel. Heute muss die Reisebranche es schaffen, immer mehr Menschen schnell und sicher, immer günstiger, ans Ziel zu bringen. Dabei, aufgrund der politischen Herausforderungen, immer flexibler reagieren und dies immer transparenter. Gleichzeitig führen die etablierten Reisemarken einen harten Überlebenskampf. Thomas Cook ist hier wohl das prominenteste Beispiel, wobei es jeden Nichtinsider verblüffen konnte, wie viele Marken sich unter dem Dach von Thomas Cook wiedergefunden haben.  

Es sind die Reise-Portale, die diesen Trend befeuern und sich selber zu Marken etablieren. Die hohen Marketingaufwendungen dieser Portale lassen sie für den Kunden zu eigenen Qualitätsbegriffen werden. Die aktuelle bitkom-Umfrage zeigt dies deutlich:  

Hier die aktuelle bitkom-Umfrage 

Die klassischen Marken reagieren wie so viele Firmen und Branchen, wenn sie mit neuen Ideen konfrontiert werden. Zurückhaltend, fast schüchtern und sich ihrer Stärken nicht bewusst. Ein kleines Beispiel: Ob Reisewarnung in einem Land oder das gerade uns beschäftigende Corona Virus, Pauschalurlauber sind besser abgesichert als Individualreisende. Bei unvorhergesehenen Ereignissen greift die Infrastruktur des Reiseanbieters in aller Regel. Man müsste als zum vermeintlichen Schnäppchen noch die Absicherungskosten dazu rechnen. Vom Service der seit Jahrzehnten erfahrenen Firmen mal ganz abgesehen. Diese Stärken auszubauen und aktiv im Wettbewerb zu kommunizieren, wird allerdings kaum gemacht. Man schaut halt lieber auf den Wettbewerber als auf den Kunden. 
 
Dies gilt nicht nur für die Reisebranche, aber auch.