Die Krux mit der Laune

In unseren Blogs schauen wir uns ja gerne mal den einen oder anderen Begriff etwas genauer an, besonders dann, wenn er schon etwas Vorverurteilendes hat.

Die Wirtschaft beklagt sich laut und ausdauernd über die fehlende Kauflaune der Kunden.

Laune ist so ein Wort. Launisch ist nicht gerade positiv belegt. Die Definitionen, die Wikipedia bietet, sind auch nicht besser. Mondabhängig, jähe Verstimmung ohne erkennbare Ursache und so weiter.

Definition bei Wikipedia: Laune

Ist der Kunde wirklich launisch?

Ich glaube, wir tun dem Kunden da Unrecht. Er hat gute Gründe, bestimmte Kaufentscheidungen zurückzuhalten.

  • Wer bucht schon gerne eine Flugreise, wenn er das Geld von der letzten immer noch nicht zurück hat. Das ist aus unserer Sicht keine Launenhaftigkeit, sondern gesundes Misstrauen gegenüber dem Erbringer der Leistung.
  • Wer kauft schon spontan etwas Luxus, wenn man nicht weiß, wie es mit dem Arbeitsplatz weitergeht. Das ist keine Launenhaftigkeit, das ist Vorsicht.
  • Selbst wenn man mit dem Gedanken spielt, sich eine größere Anschaffung zu leisten wie ein Auto, das man im Schnitt 6 – 10 Jahre behält (laut Statistik der cosmos direkt), soll man sich dann noch nicht überzeugende Technik von morgen oder alte Technik von gestern kaufen? Ist es da nicht intelligent, wenn man noch ein bisschen wartet?

Man könnte noch mehr Beispiele bringen, sie zeigen alle aber dasselbe. Der Kunde ist nicht launisch, er hat Emotionen wie Sorgen oder Ärger. Er hat rationale Argumente oder einfach Erfahrungen. Da anzusetzen und Lösungen bereitzustellen, ist aus meiner Sicht deutlich klüger, als ihm Launenhaftigkeit zu unterstellen.

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