Während sich die Baby-Boomer nun in Massen in den (verdienten) Ruhestand verabschieden, ob in den Schrebergarten, in den Süden, wo die Wärme lockt, sich vielleicht sozial engagieren (Respekt), übernehmen die nachfolgenden Generationen das Zepter. Und wie immer wird es anders oder bleibt es vielleicht, wie es ist? Weil es schon immer so war? Wir empfehlen, aufräumen und ein bestelltes Haus hinterlassen, anstatt sich über die Arbeitsmoral der Generationen Y und Z zu beschweren.

Die Lösung gibt es nicht, aber eine klare Richtung

Wir können natürlich (wie alle anderen auch) nicht die Erkenntnis bzw. die Lösung anbieten, aber vielleicht etwas Ruhe und Entspannung in die aufgeregte Gesellschaft bringen.

Wo stehen wir im gesellschaftlichen Diskurs?

Die Bild Zeitung titelt in großen Buchstaben, im Januar 2024 die Deutschen werden immer bequemer:

Deutsche im Job immer bequemer

Schon 2022 berichtete der Spiegel:

Die Deutschen haben immer weniger Lust zu arbeiten

Zeit online berichtete 2023:

Deutschen wollen so wenig arbeiten wie noch nie

Und so weiter und so weiter. Ob eine Randstad Studie oder HDI oder, oder, oder. Man ist sich einig, diese jüngeren Generationen sind faul, achten mehr auf Work-Life-Balance und wollen keine Karriere machen. Für die Boomer ist damit die Welt rund und nun lässt sich leicht über die Jugend schimpfen.

Oder ist es etwa wie früher?

In den 50ern des letzten Jahrhunderts wurde schon das gleiche Lied gesungen:

„Samstags gehört Vati mir“

Seit 1973 gibt es in der BRD keine Schule mehr am Samstag:

Schulfreier Samstag

und gleichzeitig steigerte sich der Urlaubsanspruch von 12 auf im Schnitt 30 Tage.

Kurzum wir werden schon so lange fauler, über Generationen hinweg, wir müssten eigentlich schon untergegangen sein und die Boomer haben damit angefangen. So ein Ärger.

Also entspannen wir uns für eine Sekunde und schauen mal was dahintersteckt.
Viele Studien beruhen immer noch auf der Grundannahme „Anwesenheitszeit ist gleich Arbeitszeit“:

Mitarbeiter-Performance messen

Seit 20 Jahren wird das Für und Wider diskutiert, wie das eben in Deutschland so ist. Es ist zwar alles gesagt, aber noch nicht von Jedem. Dass die nächste Generation dieses von den Boomern ungeklärte Thema einfach für sich klärt und es zur Selbstverständlichkeit im Recruitmentprozess macht, ist nicht die Verantwortung dieser Generation, sondern das Unvermögen der Tarifpartner, das Thema abzuschließen und bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen.

Standardregel hier und das ist wohl auch bei uns die nicht aufzuhaltende Zukunft:
Wer seine Arbeit autonom organisieren kann, ist auch frei in der Arbeitszeit, die Schweizer kommen damit gut zurecht:

Gesetzliche Regelungen zur Zeiterfassung in der Schweiz

Und so könnten wir weiter machen, ob es das Diskussionsfeld, Homeoffice ist

Home-Office: Gesetzliche Regelung & Voraussetzungen der Heimarbeit

oder Urlaub ins neue Jahr mitnehmen. Hier kann das Unternehmen es individuell mit dem Arbeitnehmer regeln:

Resturlaub – Wann verfallen die Resturlaubstage?

Und so weiter, und so weiter:

Zusammengefasst:

Die Position der Arbeitnehmer:innen wird gestärkt durch den Fachkräftemangel, alles, was in Jahren oder Jahrzehnten nicht entschieden wurde, wird jetzt von der maßgeblichen Generation geregelt.

Etwas ketzerisch formuliert, es wird aufgeräumt, was so lange liegen geblieben ist. Mit Faulheit hat dies in einer Wissens- und Informationsgesellschaft wenig zu tun, mit Unflexibilität und Entscheidungsstau der Boomer schon. Kann man aber ändern, wenn man möchte.