Wohlklingende Worte und viel Arbeit

Innovationen, ein sehr positiv belegter Begriff, in allen Bereichen unseres Daseins, so auch natürlich in der Wirtschaft. Bedeutet dies doch Neuerung oder auch Erneuerung. Ist das nicht etwas, nach dem wir uns alle sehnen? Insbesondere nach vielen Lockdown Phasen, in denen Innovationen so schwer wie selten waren. 

Innovationen kommen selten gleichmäßig

Historisch gesehen, kommen Innovationen selten oder nie ordentlich aufgereiht nacheinander, sondern eher wellenartig und schnell hintereinander. In aller Regel liegt eine Grundneuerung vor, auf der sich dann vieles aufbauen lässt. 

Die Miniaturisierung war so eine Innovation. Unendlich viele Dinge konnte man kleiner und smarter gestalten, als dieser technologische Sprung erstmal geschafft war. Von der Raumfahrt über den Walkman, Laptop und allen mobilen Endgeräten, war plötzlich alles möglich. Es ist eine Binsenweisheit, dass in jedem Smartphone heute mehr Rechenleistung drinsteckt als in der Apollo 11. Diese Jahrhundertentwicklung trat dann die Digitalisierungswelle los.  

Die nächste Welle steht unmittelbar bevor

Das absehbare Ende der akuten Pandemie Phase, wird nun auch eine Veränderungswelle auslösen. Diesmal eher nicht auf der technologischen Produktebene, sondern auf der gesellschaftlichen, zu der die Wirtschaft natürlich auch gehört. 

Das Zukunftsinstitut hat dies in einem Achsendiagramm dargestellt:

Zukunftsinstitut: Der Corona-Effekt: 4 Zukunftsszenarien für Wirtschaft und Gesellschaft

Sicher ist, dass bestimmte Entwicklungen, die schon vor der Pandemie für Zukunftsforscher ersichtlich waren, nun enorm an Fahrt gewinnen. Krisen sind immer auch Beschleuniger, weil das „Weiter so“, in dieser Phase, keine Alternative darstellt. Das viel besprochene Thema Home-Office ist so eines. Selbst die Arbeitgeber, die sich standhaft geweigert hatten, mussten reagieren, denn der alte Weg wurde durch die Pandemie verbaut. 

Ein anderes Beispiel Berufswege: 

Schon 2019 führte Peter Wippermann vom Trendbüro aus, dass sich Arbeitsverhältnisse und vermeintlich sichere Karriereplanungen massiv ändern werden. 

Szene Hamburg: Hamburger Trendbüro – So verändert sich der Arbeitsmarkt

Die Welle rollt: Jungen Potenzialkandidaten ist heute Flexibilität, in jeder Hinsicht (Ort, Zeit, Themen), so viel wichtiger als ein Dienstwagen (Ausnahmen bestätigen die Regel). 

Überall werden solche Trends sichtbar. Shopping Malls haben ihren Zenit überschritten, der Handel wird sich neu erfinden, Schule und Bildung wird mit einem großen Schritt aus den 70ern des letzten Jahrhunderts in die Gegenwart katapultiert. Die Digital Natives werden anders lehren als früher und dass sie diese Chance bekommen, verdanken sie der Pandemie. Die Arbeitswelt ist schon jetzt in einem tiefgreifenden Wandel.  Kein Bereich ist ausgenommen und in der Summe wird dies große Veränderungen einleiten. 

Ein Plädoyer für den Zweiten

Es gibt faktisch keine ernsthafte Meinung, die davon ausgeht, dass die Welt nach Corona an die Zeit vorher nahtlos anknüpft. Unternehmen, Verwaltung, Politik, faktisch jeder Bereich stellen auch bereits Überlegungen an, was nach dieser Phase zu tun ist. Man könnte dies jetzt auf die allgemein gültigen Aussagen reduzieren, Digital ist immer gut, Kundenzentrierung sowieso. Aber das war gestern auch schon richtig. Auf was es jetzt ankommt, ist in diesem Artikel der Brand eins wunderbar beschrieben: 

Brandeins: Späte Vögel

Wenn es konkret wird, kann man am besten lernen 

Jedes Unternehmen, manchmal sogar jeder Bereich, braucht gutes Timing für seine Innovationen. Dazu kann man sich gerne mal vom Anspruch lösen, zu den Ersten gehören zu müssen, vielleicht ist der Zweite sogar auf Strecke schneller und besser. Dazu gehört allerdings immer ein guter Blick auf die eigene Branche, auch über Landes- und Marktgrenzen der eigenen Unternehmung. Es wäre fatal, diese Vorgehensweise nur um seinen eigenen kleinen Kirchturm zu denken. Auch dies ist eine Lehre aus der Zeit, in der wir leben. Wir haben erlebt was geht, man konnte global von den Besten lernen. Nur kaum jemand hat von uns gelernt.  

Nehmen wir konkret unsere Branche, die Kundenservicebranche. Während wir uns mit unseren Prozessen und unseren Call Centern blamiert haben und imageschädigende Geschichten, wieder mal in allen Medien verbreitet wurden, haben die Dänen es genauso gemacht, nur einfach viel besser… Der Unterschied Digitalisierung. 

ntv.de: Was man von den Dänemark lernen kann

Zurück zu dem so wohlklingenden Begriff der Innovation. Der Duden definiert Innovation, als die Realisierung von etwas Neuem. Also nicht „more of the same“. Es geht nicht automatisch um mehr „Home-Office“, mehr „Home-Schooling“ und so weiter. Es geht um die Realisierung von Neuem. Neu, was zu Ihrem Verantwortungsbereich oder Unternehmen passt. Es darf also etwas aus der Schublade sein, in dem die noch nicht realisierte Ideen schlummern, dort liegen die Innovationen meistens rum. Wenn die Zeit reif ist, und für viele ist sie das jetzt schon, dann wird aus der Idee die Innovation. Wenn wir uns umschauen, sind viele anstehenden Veränderungen ehrlichkeitshalber erstmal eine Aufholjagd, weil Andere soviel weiter sind. Dies muss wie beschrieben kein Nachteil sein, wenn es gut gemanagt wird. Viele dieser konkreten Innovationen/Schritte, verändern den Markt und die Welt in der wir leben schon heute. 

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