Wie ist denn so die Stimmung bei Euch, liebe Mitarbeiter?

Stimmungen im Unternehmen kann man erahnen oder erfragen. So oder so ist es hilfreich, sie zu kennen und sich die Zeit zu nehmen, sie richtig einzuordnen und bei Bedarf zu handeln. Es muss bestimmt nicht jede Kleinigkeit auseinandergenommen werden, denn jeder tickt anders und hat andere Vorstellungen von seinem Arbeitsplatz. Wenn man jedoch einen tiefgreifenden Wandel in der Unternehmenskultur erreichen möchte und den Anspruch hat, seine Mitarbeiter mitzunehmen, dann macht es Sinn diesen Prozess transparent und auf Augenhöhe durchzuführen. Dafür ist es essentiell wichtig zu erfahren, wie die Stimmung an der Basis ist, um Problembereiche zu identifizieren und nach der Zufriedenheit bzw. nach konstruktiven Verbesserungsvorschlägen zu fragen. Je nach Größe des Unternehmens und der Nähe von Chef zu Mitarbeitern muss entschieden werden, ob dies in einem persönlichen Gespräch oder Teamworkshop erfolgt oder in einer anonymen Befragung. Oft ist es so, dass sich das direkte Feedback vom anonymen unterscheidet und letzteres mehr Erkenntnis mit sich bringt, welches dann im besten Fall mit professioneller Unterstützung aufbereitet und richtig eingestuft wird.

Sind Mitarbeiterbefragungen sinnvoll?

Eine Veränderung in der Unternehmenskultur kann man schwer von oben verordnen. Es ist eher der Anfang eines komplexen Interaktionsprozesses, der Zeit, Geduld und finanzielle Mittel fordert. Mitarbeiterbefragungen können ein Teil dieses Prozesses darstellen, denn es ist immer erst einmal ein gutes Zeichen, wenn man an der Meinung des Mitarbeiters interessiert ist und dieser den Eindruck gewinnt, dass es sich lohnt seine Stimme zu erheben. Natürlich löst eine Mitarbeiterbefragung nicht alle Probleme und Konflikte auf einmal – es kommen eher neue dazu. Aber es entsteht im besten Fall eine positive Dynamik, die ein neues Bewusstsein fördert, notwendige, persönliche Gespräche anschiebt und dadurch neue Chancen und Maßnahmen aufgezeigt werden. Daher sind Mitarbeiterbefragungen ein günstiges Instrument, um den Status Quo zu erfragen und als Grundlage für den anstehenden Prozess zu nutzen.

Wer fragt, bekommt Antworten!

Wer seine Mitarbeiter ehrlich nach deren Meinung oder Eindruck fragt, muss mit Antworten rechnen. Wenn sie keine Beachtung finden, ist die Enttäuschung groß. Im ersten Schritt müssen die Ergebnisse transparent und jedem zugänglich gemacht werden, im zweiten Schritt müssen Taten folgen. Und da hapert es oft sogar bei den ambitioniertesten Unternehmen, die nach der Befragung vom Druck des Alltagsgeschäfts überrollt werden und dadurch die neuen Ideen schnell in Vergessenheit geraten.

Daher müssen sich die Verantwortlichen im Unternehmen vorher einen Plan machen, wie sie mit den Ergebnissen umgehen. Sie sollten genau das abfragen, was sie wissen wollen, bereit sein, die Signale der Mitarbeiter richtig zu deuten und sich auf die Umsetzung neuer Maßnahmen vorbereiten. Dafür benötigt es ein Team aus der internen Unternehmenskommunikation sowie dem HR-Bereich und im besten Fall einem externen Partner, der von außen das Unternehmen und seine Mitarbeiter betrachtet. Neben der zeitlichen Einplanung der dementsprechenden Kapazitäten sollte auch schon mal ein grober Budgettopf freigegeben werden, damit man schnell in die Umsetzung gehen kann und es nicht zu langen Kostenfreigabeszenarien kommt.

Zum Schluss…

…können wir Ihnen nur empfehlen, bleiben Sie mit Ihren Mitarbeitern im Dialog und schenken Sie ihnen Ihre Aufmerksamkeit, um gegenseitiges Vertrauen zu fördern, die Zusammenarbeit zu verbessern und den Unternehmenserfolg nachhaltig positiv zu beeinflussen. Davon profitieren nämlich alle: Mitarbeiter, Führungskräfte, Unternehmen und die Kunden.

Timo Fröhlich
Timo Fröhlich