Normalerweise fange ich ja hier nicht mit einer Zutat an. Aber heute muss das mal sein. In unserem heutigen Gin geht es um Buddhas Hand. Einer Zutat, die ein paar Gins verwenden, aber nicht unbedingt in der Menge und in dieser intensität.

Die abgedrehteste Frucht ever

Buddhas Hand · Public Domain

Die Frucht sieht aus wie eine Zitrone in Sachen Oberfläche, ist aber eine Zitronatfrucht, nicht mit Fruchtfleisch und Saft im Inneren wie bei herkömmlichen Zitronen, die wir normalerweise nutzen. Es gibt Früchte mit offenen Händen (Finger nach aussen) und geschlossenen Fingern (gerne in Tempeln als Opfergabe für Buddha verwendet, weil die geschlossene Hand auch gleich das Gebet widerspiegelt). Der Einsatz ist vielfältig in Medizin, Parfum, Speisen etc. Und vor allen Dingen nun auch im Gin.

Wie kommt man zu einem Gin?

In diesem Fall beginnt man mit der Liebe für Cocktails und einer Homebar mit ca. 100 Flaschen, wobei davon 60 Gins sind. So zumindest im Fall von Marcel Tschampel, der schon immer gerne für Freunde Drinks gemixt hat. Mit Gastronomieerfahrung beseelt blieb das für unseren heutigen Protagonisten, der eigentlich in der Automobilbranche sein Brot verdient nicht aus.

Fundort: Gärtnerei

Als er dann in einer Gärtnerei auf einen kleinen Strauch / Baum mit Buddhas Hand stieß, die er zuvor noch nicht gesehen hatte konnte die Idee, die ihm der Freundeskreis schon eine Weile näher gelegt hatte, einen Gin zu machen langsam starten. Buddhas Hand sollte also hinein.

Entwicklung um die Hand herum

Der Rest des Gins musste nun hinzugebaut werden. Mit seiner Partner-Destillerie begann Marcel nun einen Gin zu entwickeln, der zitrus-lastig, blumig und pfefferig ist. Hierbei machte er sich auf die Suche nach einer Quelle der verrückt aussehenden Frucht und wurde in Israel fündig, wo er die für einen Brennvorgang notwendigen Mengen beziehen konnte. Hunderte dieser Früchte braucht es, was bei Preisen von 30–60 Euro hierzulande auch kein kleines Investment ist. Aber der Geschmack ist im Gin später unglaublich intensiv und es wert.

Keine Zitronen wurden bei der Herstellung dieses Gins verletzt

Herstellung des Gins

Die Frucht wird mazeriert, also in Alkohol eingelegt, teils destilliert und am Ende kommt ein Gin heraus, dem die Zitronenöle noch innewohnen. Sie sind bei Hinzugabe von Tonic schnell zu sehen, denn der Gin wird etwas trüb, was auf das Öl hinweist. Man nennt dies übrigens den Louche-Effekt, den man von Pastis oder anderen Anisspirituosen her kennt.

Der Gin wird dann einige Zeit in Ruhe gelassen, um sich zu beruhigen, dann etwas verdünnt, dann wieder in Ruhe gelassen, dann wieder verdünnt usw. Am Ende ist dann die Trinkstärke zur Abfüllung erreicht, der Gin schon ein wenig „beruhigt“ und kann in die selbst gestalteten und schicken Flaschen, die mit ihrem knalligen gelben Look keinen Hehl machen was einen erwartet: Zitrus-Aroma pur.

Ein Gin für jedermann

Der MATS Premium Dry Gin ist ein tolles Produkt. Das Aroma der Buddhas Hand ist intensiv, ungewohnt würzig, aber hat dennoch eine Frische. Selbst roh kann man diesen Gin gut verkosten und so sind auch einige Restaurants laut Marcel bereits dazu übergegangen ihn als Digestif anzubieten. Tolle Idee. Wer den Gin in Hamburg testen mag, dem sei verraten, dass die Elbphilharmonie diesen in Kombination mit einem tollen Blick anbietet.

Für Gin-Fans als Geschenk, oder aber als Flasche für die Hausbar eine kleine Geheimtipp-Empfehlung als letzter Gin-Tipp vor Weihnachten.

Der Gin ist teils im Kölner Umfeld, bei Wacholderexpress oder natürlich direkt im MATS-Webshop erhältlich.

Ein kleiner Ausflug in die Botanik diesmal hier am Casual Friday. Bis zum nächsten mal hier am digitalen Tonic-Cooler!

Cheers und Ginsalabim,

Jan von GinGinGin.de