Am vergangenen Samstag war es wieder soweit, manch einer feierte den Australia Day (26.1.), den Nationalfeiertag des Kontinents auf der anderen Seite unseres Planeten. Ein guter Anlass, um sich mit einer meiner Lieblingsginmarken zu beschäftigen: Four Pillars. Ganz zufällig korrespondiert dies auch noch mit den vier Unternehmensbereichen von Ribbon. Perfekt, let’s go!

Aus einem Weinanbaugebiet, dem Yarra Valley

Seit 2015 ist die Destillerie Four Pillars, gegründet 2013, im bekannten Weinanbaugebiet, dem Yarra Valley(im Bundesstaat Victoria) nördlich von Melbourne ansässig. Entstanden ist die Firma als „next adventure“ der Gründer, die zuvor alle schon im Umfeld Wein, Bier, Spirituosen und Marketing tätig waren.Die erste Idee, ein Tonic herzustellen, überlebte genau 72 Stunden. Dann wandelte sie sich in den Plan Gin zu produzieren. Dies basierte auf der Tatsache, dass 90% des damals in Australien getrunkenen Gins importiert war. Eine Riesenchance, die nun aus einer kleinen Destillerie mit aktuell drei Destillieranlagen und einem Tastingraum, wahrgenommen wird. Von Healesville, dem Heimatort von Four Pillars, in die Drinks der Australier und inzwischen auch in weitere Märkte weltweit.

Der Four Pillars Australian Bloody Shiraz Gin

Four Pillars Bloody Shiraz Gin
Seine unglaublich tiefe Rotfärbung durch den Wein macht diesen Gin sofort zum Hinkucker!

Der Gin, den wir heute zum Casual Friday genießen, basiert auf dem ersten und sozusagen dem Signature Gin der Destillerie, dem Rare Dry Gin. Dieser ist für sich schon ein wunderbarer Gin und wir werden sicherlich noch über ihn sprechen. In diesem Gin werden Botanicals aus Australien verwendet, die ihm sein ganz besonderes Aroma verleihen. So wie man Australien als Schmelztiegel Europäischer und Asiatischer Einflüsse sieht, so ist auch das Geschmacksprofil vielschichtig. Zitrusnoten und warme, erdige Noten spielen wunderbar und innovativ zusammen. Aber dieser Gin ist nur die Basis für unseren eigentlichen heutigen Star.

Hochprozentiger Rare Dry Gin wird für den Bloody Shiraz Gin als Basis genommen und mit eben den namensgebenden Syrah-Weintraubengemischt. Teilweise werden diese früh gepflückt, für fruchtige Lebendigkeit, teilweise spät geerntet für intensives Aroma und Süße. Dieser Mix darf dann acht Wochen mazerierenund wird dann im Anschluss gefiltert und abgefüllt.

Das Resultat ist ein Gin, der jedes Jahr anders schmeckt, je nach Traubenernte eben. Ein echter Jahrgangsgin. Das Geschmackserlebnis des hierzulande oft noch erhältlichen 2017er Gins ist alles andere als „typisch Gin“. Die Wein-Gin-Ehe ist süß, aber mit knapp 38% Vol. Alkoholgehalt kein harmloses Likörchen. Der Wein und Gin spielen ein Wechselspiel aus vielen Aromen, die man am besten zuallererst pur verkostet. Auch auf Eis ist er ein Hochgenuss. Am ehesten denkt man wohl an Portwein, eventuell ein wenig an Sherry.

Im Gin & Tonic oder anderen Cocktails

Ein Gin, so untypisch wie dieser, ist nicht unbedingt mit Standards zu kommen. Durch die hohe Süße des Gins selber kann durchaus ein Dry Tonicmit weniger Zucker im G&T zum Einsatz kommen, aber auch ein Gin Sonic, also die Variante Gin und Soda (plus optional etwas Tonic) ist auch eine valide Option.

Noch nicht probiert habe ich einen Negroni mit diesem Gin. Wahrscheinlich kann hier auch gut am klassischen 1:1:1 (Campari, Wermut, Gin) gefeilt werden, da der Gin selber schon so viel Süße mitbringt. Eventuell mit mehr trockenem Wermut und etwas weniger Gin. Versuche folgen bestimmt!

Vertrieb und Handel als Genuss-Barriere

Bei aller Liebe zu diesem Gin, hat es doch einige Jahre gedauert diese hier in Deutschland überhaupt kaufen zu können. Bis vor einiger Zeit war kein deutscher Händler in der Lage die Gins der Four Pillars Marke zu verkaufen. Auch heute ist das noch nicht einfach und in Ladengeschäften ist es eher wie ein Sechser im Lotto ih zu entdecken. Eine schnelle Google-Suche im Shopping-Segment bringt nun aber auch deutsche Shops, die dieses wunderbare Produkt anbieten, an die Oberfläche.

Jahrgangsmaterial, noch mit Geheimtippstatus

Wer also auf der Suche nach einem besonderen Drink und Gin ist, sollte sich sicherlich die Gins von Four Pillars, aber insbesonderen diesen limitierten, wechselnden Jahrgangsgin ansehen und probieren. Irgendwo zwischen Portwein, Gin, Likör und Rotwein ist dieses eine wirkliche Besonderheit. Ein tolles Produkt.

Cheers und Ginsalabim!Jan von GinGinGin

Jan Persiel
Jan Persiel